Internationale FührungInterkulturelle Zusammenarbeit

Eine Tasse Chai in Indien

  1. 01

    Wo ist es passiert?

    Bei einem zweiwöchigen Einsatz beim lokalen Team von audibene in Indien.

  2. 02

    Was habe ich gelernt?

    Die schwierigste Fähigkeit in der internationalen Arbeit ist nicht die Sprache, sondern echte Verbindung zu Menschen.

Belebtes Großraumbüro in Indien, mit Luftballons geschmückt; Kolleginnen und Kollegen versammeln sich um einen Redner.

Bei audibene habe ich CRO für unsere asiatischen Märkte verantwortet. Dafür war ich unter anderem zwei Wochen in Indien, um mit dem lokalen Team zu arbeiten und es zu schulen.

Ich war auf die Herausforderungen vorbereitet, die ich erwartet hatte: anderes Kundenverhalten, andere Daten, eine andere Arbeitsweise.

Am stärksten in Erinnerung geblieben ist mir aber eine Tasse Chai.

Einer meiner Kollegen dort sprach fast kein Englisch. Mehr als ein paar Worte konnten wir kaum wechseln. Trotzdem kam er jeden Tag an meinen Schreibtisch, stellte mir eine Tasse heißen indischen Milchtee hin, lächelte und ging zurück an seine Arbeit.

Ein richtiges Gespräch hatten wir nie. Wir brauchten auch keins. Nach zwei Wochen vertraute ich dem Team, und ich glaube, das Team vertraute mir. Die Schulung hat funktioniert, weil vorher die Beziehung funktioniert hat.

Seitdem habe ich mit vielen Teams in vielen Ländern gearbeitet. Diese Erfahrung hat sich jedes Mal bestätigt.

Wir glauben oft, bei internationaler Arbeit gehe es um Sprache, Frameworks und Zeitzonen. Das alles ist wichtig. Doch Teams arbeiten nicht zusammen, weil sie dasselbe Vokabular teilen. Sie arbeiten zusammen, weil sie sich gesehen fühlen.

Die Erkenntnis: Die schwierigste Fähigkeit in der internationalen Arbeit ist nicht die Sprache. Es sind die kleinen, menschlichen Gesten, die anderen zeigen: Wir stehen auf derselben Seite.

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